„Was du spürst, zählt“: Die Geschichte hinter meinem neuen Claim

Claudia Sontheimer, Yoga-Therapeutin und Heilpraktikerin, zu ihrem Claim Was du spürst zählt

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: Meine Website sieht anders aus. Neue Fotos, neue Texte – und ganz oben steht ein neuer Satz.

Angefangen hat das alles mit einer ziemlich harmlosen Entscheidung. Geendet ist es in einer kleinen Sinnkrise. Und dazwischen habe ich herausgefunden, wofür ich eigentlich stehe.

Wie aus einer technischen Entscheidung eine kleine Sinnkrise wurde

Im Frühjahr habe ich beschlossen, meine Homepage in Zukunft selbst zu pflegen. Bis dahin hat das jemand anderes für mich gemacht, und jede Kleinigkeit musste ich aufschreiben, weitergeben und abwarten. Das kostete Zeit und Geld. Durch das Bloggen kannte ich mich inzwischen ganz gut aus, also dachte ich mir: Das kann ich doch auch selbst.

Im Rückblick war das etwas naiv. Aus der kleinen Aufräumaktion ist ein Endlosprojekt geworden, an dem ich jetzt seit einem halben Jahr sitze.

An der Technik liegt es längst nicht mehr, da habe ich mich ganz gut reingefuchst. Es waren die Texte. Ich habe die richtigen Worte nicht gefunden – weder für die Yogalehrerin, die ich mittlerweile bin, noch für die Heilpraktikerin, die ich zukünftig sein möchte. Also habe ich geschrieben, eingefügt, ein paar Nächte darüber geschlafen und alles wieder gelöscht. Mehr als einmal.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass Weiterschreiben nichts hilft. Diese „alte“ Website bin ich nicht mehr. Ich musste erst einmal in mich selbst gehen und mir Fragen stellen, die ich mir sonst nie stelle. Wofür stehe ich? Wofür möchte ich in Zukunft stehen? Welche Frauen möchte ich erreichen? Und was macht mich eigentlich zu einer guten Yogalehrerin – und zu einer guten Heilpraktikerin?

Es war wie eine kleine Sinnkrise, ausgelöst von einer rein technischen Entscheidung. Vielleicht kam sie genau zur richtigen Zeit: In drei Monaten, im Oktober, ist es zehn Jahre her, dass ich meine erste Yoga-Einheit gegeben habe. Zehn Jahre. Da darf man sich wohl einmal fragen, wer man in der Zwischenzeit geworden ist.

Also schrieb ich weiter, machte einen Termin bei meiner Fotografin aus. Ich brauchte nicht nur neue Texte, ich brauchte auch neue Bilder. Vielen Dank an dieser Stelle an Melanie Kreb für die tollen Bilder (Melanies Augenblicke)!

Hier mal eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbilder neben dem Titelbild des Blog-Artikels:

Warum jede Website einen Satz ganz oben braucht

Erst mal kurz erklärt: Im Marketing sagt man, alles soll mit einem passenden „Claim“ anfangen. Also der Hauptüberschrift auf der Titelseite der Website.

Hier mal ein Beispiel… wenn ich dir folgende Sätze sage, weißt du wahrscheinlich sofort, welche Firma ich meine (ist keine Produktempfehlung):

„Weil ich es mir wert bin.“ (von L’Oréal Paris)

„Für wahre Schönheit“ (von Dove)

„What else?“ (von Nespresso)

Ein Claim sagt in wenigen Worten, wofür jemand steht.

Und genau das macht es so schwierig. In vier oder fünf Worten soll etwas stehen, das die nächsten Jahre meine „Marke“ sein soll. Meine Kurse, meine Formate und meine Themen können sich verändern. Meine Haltung bleibt.

Für was möchte ich eigentlich stehen?

Es ist gar nicht so leicht zu sagen, wofür ich stehen möchte. Ob ich vielleicht anders bin? Was der gemeinsame Nenner meiner Arbeit ist. Ich durchforstete andere Websites und fragte mich, was mich vielleicht einzigartig macht? Und natürlich, was mir bei anderen eben gefällt oder nicht gefällt?

Leichter fiel es mir dabei, die Unterschiede zu finden und sich zu fragen, für was ich auf keinen Fall stehen möchte oder kann.

Das waren ein paar „Funde“ im Internet:

„Verstehen statt Verbessern“ klang gut, stimmt aber nicht. Die Frauen kommen zu mir, weil es ihnen besser gehen soll. Verstehen kann einen ersten Impuls setzen, deshalb entstand ja auch der Blog und Podcast. Aber es soll sich auch etwas verbessern.

„Dein Körper meint es gut“ habe ich sofort gestrichen. Wenn du nächtelang nicht schlafen kannst, ständig mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen hast und deinen Urlaub um deine Periode planst – dann hilft dir dieser Satz überhaupt nicht. Dann willst du wissen, wie du wieder ein normales Leben führen kannst.

„Wieder ich“ war lange vorne. Zwei Worte, die genau beschreiben, was passiert: Frauen kommen, weil sie sich selbst nicht mehr richtig erkennen, und gehen wieder als sie selbst. Nur hätte dieser Satz genauso jeder Therapeutin gehören können.

Und nach langer Überlegung fand ich die Übereinstimmung, den Satz, hinter dem ich zu 100% stehen kann:

Was du spürst, zählt.

Was bedeutet dieser Satz für mich?

Lass mich hier etwas ausholen…. Ich habe mich folgendes gefragt:

Wer schreibt eigentlich vor, was richtiges Yoga ist?

Es gibt einen Satz, den ich vor der ersten Stunde immer wieder höre, fast immer in denselben Worten: „Ich bin nicht beweglich genug.“ Manchmal auch: „Ich bin nicht schlank genug.“ Oder ganz schlicht: „Ich kann das bestimmt nicht.“

Dahinter steckt fast immer ein Bild, das wir alle im Kopf haben – schlanke Menschen in Haltungen, die nach Kunststück aussehen. Und dann sitzt man selbst auf der Matte und kommt nicht einmal bequem in den Schneidersitz.

Den können übrigens erstaunlich viele nicht. Vielleicht sind die Hüftgelenke nicht dafür gebaut, vielleicht braucht es noch etwas Übung, vielleicht klappt es irgendwann. Und vielleicht auch nicht.

Aber wer legt eigentlich fest, wie richtiges Yoga auszusehen hat?

Ich weiß ziemlich genau, wie sich diese Frage anfühlt. Als Yoga in mein Leben kam, war ich unbeweglich und unsportlich. Wirklich. Anfangs war es anstrengend, aber je öfter ich auf der Matte stand, desto mehr spürte ich, dass da etwas passiert. Ich schlief besser, der Stress ließ nach.

Und trotzdem habe ich mich danach noch lange verglichen. Ich habe geschaut, wie die anderen unterrichten, und versucht, es nachzumachen. Ich habe zugehört, wie andere über Yoga-Philosophie sprechen, und mich dabei klein gefühlt. Ich habe im Kurs neben der schlanken, beweglichen Yogalehrerin gelegen und gedacht: So müsste ich eigentlich auch sein. So fängt vermutlich jede an.

Bis irgendwann die Frage kam: Zählt nicht in erster Linie das, was ich selbst dabei spüre? Was bringt mir eine Haltung, wenn ich danach zwei Tage lang Schmerzen habe? Das kann in meiner Welt nicht der Sinn von Yoga sein.

Was ich selbst bis heute nicht kann

Ich unterrichte bald zehn Jahre und habe vorher schon jahrelang selbst praktiziert. Es gibt bis heute Haltungen, die ich nicht kann, und es gibt Haltungen, in denen ich mich einfach unwohl fühle. Das ist völlig normal.

Wenn du nach der Stunde aufstehst und sagen kannst: Das war schön, ich konnte richtig entspannen – dann war alles richtig. Ob du schlank bist oder nicht, beweglich oder nicht, spielt dafür keine Rolle.

Lui macht Yoga genau so, wie er will. Und genau so darfst du es auch.

Wer entscheidet, ob deine Beschwerden zählen?

In der Frauenheilkunde begegnet mir ein ähnlicher Satz. Er heißt: „Ab 40 ist das normal.“ Oder: „Das haben viele Frauen.“

Vielleicht kennst du das. Du liegst nachts lange wach und findest keinen Schlaf. Tagsüber bist du müde und schlapp. Die Hitzewallungen kommen im ungünstigsten Moment, und vor allem sind sie dir peinlich. Du fährst wegen jeder Kleinigkeit aus der Haut und erkennst dich selbst dabei nicht wieder.

Oder du planst deinen Urlaub um deine Periode herum. Du fühlst dich ein, zwei Wochen im Monat wie krank und quälst dich trotzdem zur Arbeit und durch den Alltag. Und wenn du dann mal laut wirst, heißt es: Sie hat wohl wieder ihre Tage.

Das sind keine Problemchen. Das ist dein Alltag, und zwar über Jahre.

Wenn du damit in eine Praxis gehst, hast du dir vorher meistens genau überlegt, was du sagen willst. Und dann kommt: „Ab 40 ist das normal.“ Vielleicht stimmt das statistisch sogar. Aber es bringt dir null. Es ändert nichts an deinem Schlaf, nichts an deiner Erschöpfung und nichts an deinem Zyklus.

Es sind deine Beschwerden. Du spürst sie, du lebst mit ihnen, und du wünschst dir Hilfe dafür. Was andere darüber denken, ist an dieser Stelle zweitrangig.

Und genau das höre ich immer wieder von Frauen, die zu mir kommen: Sie sind es leid, mit einem Satz abgefertigt zu werden.

Was du spürst, zählt – das war der gemeinsame Nenner

Auf den ersten Blick haben mein Yoga-Business und meine Arbeit als Heilpraktikerin durchaus etwas miteinander zu tun. Was gefehlt hat, war die gemeinsame Überschrift. Und genau die hatte ich jetzt gefunden.

Es passiert oft dasselbe. Im einen Fall wird eine Frau in eine Position gezwängt, in die ihr Körper gar nicht will. Im anderen wird das, was sie spürt, mit einem einzigen Satz erledigt. Und beide Male zählt am wenigsten die Person, um die es eigentlich geht.

Bei mir soll das anders sein. Wenn sich eine Haltung für dich falsch anfühlt, dann ist es zweitrangig, was ich darüber denke. Wenn du Beschwerden hast, dann ist es erst einmal zweitrangig, was in einer Tabelle steht. Wichtig ist, was du wahrnimmst.

Ich kann dir Halt geben. Ich kann dir durch meine Anleitung Sicherheit geben. Ich kann dich nach bestem Wissen und Gewissen durch die Wechseljahre begleiten. Und all das wird besser, je genauer ich wahrnehme, was bei dir ankommt.

Was du spürst, zählt.

Das ist er. Mein Satz, ganz oben auf meiner Website. Der, für den ich mit meinem Namen stehe.

Warum mein alter Satz zu bequem war

Bisher stand bei mir ganz oben: „Fühl dich wieder wohl in deinem Körper.“

Der Satz beschreibt ein Ziel. Und Ziele teilen alle. Das will jede Frau, das will auch jede Yogalehrerin für ihre Teilnehmerinnen, da widerspricht niemand. Genau deshalb hat er sich so bequem angefühlt – man kann ihn nicht falsch finden.

Was ich gesucht habe, war ein Satz, dem man widersprechen kann.

Und „Was du spürst, zählt“ hat einen Gegner. Du kennst ihn: „Ab 40 ist das normal.“ „Die Werte sind in Ordnung.“ „Da ist nichts.“ Auf der Yogamatte klingt er nur anders. Dort heißt er: „So ist die Haltung richtig.“

Der neue Satz kostet mich außerdem etwas, und das finde ich gut so. Wenn er ganz oben steht, darf ich dich nicht mehr in Haltungen zupfen. Ich darf dir kein Programm verkaufen, das für alle gleich ist. Und ich darf nichts abtun, was du mir erzählst. Man kann mich daran messen.

Was das für dich bedeutet, wenn du zu mir kommst

In meinen Yoga-Stunden heißt es: Ich bewerte nicht. Ich korrigiere nicht und zupfe nicht an dir herum. Ich gebe die Richtung vor, damit du dich sicher fühlst, und du machst die Übungen so gut, wie du es heute kannst. Wenn etwas nicht guttut, lassen wir es weg oder passen es an. Für jeden Körper – das meine ich genau so.

In der Frauenheilkunde heißt es: Deine Beschwerden werden ernst genommen, egal worum es geht. Wir schauen uns an, was dahinterstecken könnte – Hormone, Nervensystem, Darm, Nährstoffe, Stress. Manchmal hängt etwas zusammen, was man zuerst gar nicht vermutet. Und dann mache ich dir einen Plan, der zu deinem Alltag und zu deinem Leben passt.

Konkret heißt das für die nächste Zeit:

  • Meine Website steht jetzt auf diesem Satz, von der Startseite bis zur Über-mich-Seite.
  • Meine Einzeltherapie FrauGefühl begleitet dich über zwölf Wochen, ganz persönlich.
  • Im Podcast und im Blog geht es weiter mit dem Wissen, das in fünf Minuten Sprechzeit einfach nicht draufgeht.
  • Und in meinen Yoga-Stunden bleibt alles, wie es ist. Für jeden Körper.

Zehn Jahre. Ich hätte damals nicht gedacht, dass aus dieser ersten, ziemlich aufgeregten Stunde einmal das hier wird. Und ehrlich gesagt war der schönste Nebeneffekt dieser ganzen Website-Aufräumaktion gar nicht der neue Satz. Es war das Nachdenken davor.

Vielleicht lohnt es sich, öfter zu fragen: Was davon, was ich spüre, habe ich schon zu lange als „ist halt so“ abgehakt?

Ich freue mich, wenn du mir schreibst, wie der neue Satz auf dich wirkt.

Und hier ein letztes Mal: Was du spürst, zählt.

Deine Claudia

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Und wer schreibt hier?

Was du spürst, zählt. Nach diesem Satz arbeite ich – auf der Yogamatte und in der Frauenheilkunde.

Ich bin Claudia. Ich kenne die Medizin von innen und habe irgendwann gemerkt, was mir daran fehlt: die Zeit, genauer hinzuschauen. Heute begleite ich Frauen ab 40 durch die Wechseljahre und unterrichte Yoga, das nichts von dir verlangt.

Zu diesem Thema kam ich durch eigene Beschwerden und das Gefühl, damit nicht richtig gehört zu werden. Heute weiß ich, wie vielen Frauen es genauso geht.

Bei mir darfst du üben, so gut du es heute kannst. Für jeden Körper.

Heilpraktikerin seit 2006 · Yoga-Therapeutin, 1000h+ · ganzheitliche Frauenheilkunde

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